Realized Volatility Cone
- Indikatoren
- Version: 1.0
- Aktivierungen: 5
# Kegel der realisierten Volatilität – Perzentile der historischen Volatilität
*Kategorie: Volatilität | Schwierigkeitsgrad: mittel | Fenster: separates Fenster unterhalb des Charts | Märkte: Universal (Devisen, Indizes, Rohstoffe, Kryptowährungen, Aktien) | Empfohlene Zeitrahmen: M30, H1, H4, D1*
## Kurzbeschreibung
> Zeichnet die realisierte Volatilität zusammen mit den Perzentilen ihrer eigenen historischen Verteilung ein. Sie gibt Auskunft darüber, ob das aktuelle Niveau für das jeweilige Instrument hoch oder niedrig ist.
### Überblick
Zu wissen, dass die realisierte Volatilität pro Bar 0,42 Prozent beträgt, ist bedeutungslos, solange man nicht weiß, ob dies für das jeweilige Instrument viel oder wenig ist. Der Volatilitätskegel löst dieses Problem auf die direkteste Art und Weise: Neben dem aktuellen Wert werden die Perzentile seiner eigenen historischen Verteilung dargestellt, die über die letzten paar hundert Bars berechnet wurden. Wenn die aktuelle Linie das obere Perzentil durchbricht, befinden wir uns in einem Bereich, der in nur zwanzig Prozent der vergangenen Fälle auftrat; wenn sie unter das untere Perzentil fällt, befinden wir uns in einer historischen Kompression – einem Zustand, der in der Praxis einer Expansion vorausgeht. Der Median dient als Referenz für die Normalität, und der Abstand zwischen den beiden äußeren Bändern gibt an, wie variabel die Marktvolatilität ist.
### So funktioniert die Berechnung
1. Für jeden Balken wird die logarithmische Rendite im Vergleich zum vorherigen Schlusskurs berechnet, wobei auf ungültige Kurse geprüft wird.
2. Die realisierte Volatilität ist die Standardabweichung dieser Renditen über das Fenster „InpRvPeriod“, ausgedrückt in Prozent.
3. Die letzten InpHistory-Beobachtungen derselben Größe werden in ein Arbeitsarray kopiert und sortiert.
4. Die angeforderten Perzentile werden direkt anhand ihrer Position im sortierten Array ausgelesen, ohne Interpolation.
5. Die Größe des Arbeitsarrays wird einmalig bei der Initialisierung festgelegt, nicht bei jedem Balken.
6. Die aktuelle Linie wird entsprechend ihrer Position relativ zu den beiden äußeren Bändern eingefärbt.
### Anwendung
- Verwenden Sie die Position der Linie relativ zu den Bändern als Klassifizierung der Marktphase, nicht ihren absoluten Wert.
- Eine Kompression unterhalb des unteren Perzentils ist der Kontext, in dem man sich auf einen Ausbruch vorbereiten sollte, nicht jedoch, um eine Bewegung zu erwarten.
- Oberhalb des oberen Perzentils lohnt es sich, die Positionsgröße zu reduzieren: Der gleiche Stop in Punkten stellt ein weitaus größeres Risiko dar.
- Eng beieinander liegende äußere Bänder deuten auf ein Instrument mit stabiler Volatilität hin, das für Systeme mit festen Parametern geeignet ist.
- Der Vergleich der Position innerhalb des Kegels über verschiedene Instrumente hinweg hilft dabei, die Bereiche zu identifizieren, in denen die Volatilität die besten Bedingungen bietet.
### Für wen und in welchen Zeitrahmen
Es eignet sich für Trader, die ihre Positionen anhand der Volatilität dimensionieren, sowie für diejenigen, die Ausbruchsstrategien verfolgen und Kompressionen erkennen müssen. Es funktioniert von M30 bis D1; auf kürzeren Zeitrahmen würde das historische Fenster nur wenige Tage abdecken und die Perzentile wären nicht repräsentativ. Es erfordert eine lange Historie: Bei den Standardwerten werden mindestens zweihundertsiebzig Balken benötigt, bevor der erste brauchbare Wert vorliegt. Es sind keine statistischen Vorkenntnisse erforderlich, lediglich das Verständnis des Begriffs „Perzentil“.
### Praktisches Beispiel für die Interpretation eines Signals
Bei EURUSD H4 fällt die realisierte Volatilität unter das untere Perzentil, und die Linie färbt sich blau. Sie bleibt elf Handelstage lang dort: Der Markt bewegt sich kaum, Fortsetzungsstrategien bringen nichts ein, und Range-Trader verdienen wenig, aber stetig. Dann überschreitet die Linie innerhalb von zwei Balken den Median und durchbricht das obere Perzentil, woraufhin sie orange wird. Ab diesem Zeitpunkt werden die bisherigen Stop-Einstellungen zu eng, und die Positionsgröße muss mindestens um die Hälfte reduziert werden, um das gleiche Währungsrisiko beizubehalten. Der Kegel signalisierte zunächst die Kompression und dann die Expansion, ohne dass jemals bekannt sein musste, in welche Richtung sich der Kurs bewegen würde.
## Eingabeparameter
| Parameter | Standardwert | Beschreibung |
|---|---|---|
| `InpRvPeriod` | 20 | Balken, über die die realisierte Volatilität gemessen wird. Kurze Zeitfenster reagieren schnell, erzeugen jedoch eine sehr sprunghafte Linie. |
| `InpHistory` | 250 | Historischer Zeitraum, über den die Referenzverteilung erstellt wird. Je länger dieser Zeitraum ist, desto stabiler sind die Perzentile, desto langsamer passen sie sich jedoch an strukturelle Veränderungen des Marktes an. |
| `InpUpperPct` | 80,0 | Oberes Perzentil, das den Expansionsbereich begrenzt. Eine Anhebung auf 90 kennzeichnet nur wirklich außergewöhnliche Volatilität. |
| `InpLowerPct` | 20,0 | Unteres Perzentil, das den Kompressionsbereich begrenzt. Sollten die beiden Perzentile versehentlich vertauscht werden, ordnet der Indikator sie automatisch neu an. |
## Vorteile / Stärken
- Er wandelt einen skalierungsfreien Wert in eine sofort lesbare Klassifizierung des Volatilitätsregimes um.
- Als Referenz dient die eigene Historie des Instruments, sodass er ohne Kalibrierung auf jedem Markt funktioniert.
- Die Kegelbreite ist an sich schon aussagekräftig: Sie gibt Aufschluss darüber, wie anfällig dieser Markt für Regimewechsel ist.
- Kein Repaint, da das Sortierarray nur einmal erstellt wird, um den Rechenaufwand zu begrenzen.
## Einschränkungen und Warnhinweise
- Das Sortieren eines breiten Zeitfensters bei jedem Balken macht den ersten Durchlauf spürbar langsamer als bei einem gewöhnlichen Volatilitätsindikator.
- Nach einer strukturellen Marktveränderung bleiben die Perzentile über die gesamte Länge des historischen Fensters an das alte Regime gebunden.
- Es liefert keine Informationen zur Richtung: Es gibt an, wie stark sich der Markt bewegen wird, aber niemals in welche Richtung.
- Es sind viele Kerzen erforderlich, bevor der erste brauchbare Wert vorliegt, was den Indikator für Charts mit begrenzter Historie unpraktisch macht.
**Kein Repaint:** Die auf einem geschlossenen Balken angezeigten Werte werden im Nachhinein niemals geändert.
**Haftungsausschluss.** Dieses Produkt ist ein Werkzeug zur technischen Analyse, kein automatisiertes Handelssystem, und bietet keinerlei Gewinngarantie. Finanzmärkte bergen das Risiko eines vollständigen Verlusts des investierten Kapitals. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Jedes Signal muss durch Ihre eigene Analyse, einen Geldmanagementplan und vorherige Tests auf einem Demokonto bestätigt werden. Der Autor übernimmt keine Verantwortung für Handelsentscheidungen, die auf der Grundlage dieses Indikators getroffen werden.
## Vorgeschlagene Tags / Stichwörter für MQL5
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