Volatility Forecast EWMA
- Indikatoren
- Version: 1.0
- Aktivierungen: 5
# Volatilitätsprognose EWMA – Prognose des nächsten Balkens
*Kategorie: Volatilität | Schwierigkeitsgrad: fortgeschritten | Fenster: separates Fenster unterhalb des Charts | Märkte: universell (Devisen, Indizes, Rohstoffe, Kryptowährungen, Aktien) | Empfohlene Zeitrahmen: M15, M30, H1, H4, D1*
## Kurzbeschreibung
> Schätzt die Volatilität des nächsten Balkens mithilfe eines EWMA-Modells auf Basis der Varianz – dasselbe Verfahren, das auch im Portfoliorisikomanagement verwendet wird – sowie anhand der tatsächlich beobachteten Volatilität.
### Überblick
Jeder Volatilitätsindikator blickt zurück und misst, wie stark sich der Markt bewegt hat. Dieser Indikator blickt nach vorne und schätzt, wie stark sich der Markt im nächsten Balken bewegen wird. Das Modell basiert auf dem exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitt der Varianz: Die prognostizierte Varianz ist eine Kombination aus der gestrigen Prognose und dem Quadrat der heute beobachteten Rendite, gewichtet mit dem Abklingfaktor Lambda. Ein hoher Lambda-Wert verleiht dem Modell ein langes Gedächtnis und eine langsame Reaktion auf Schocks, ein niedriger Wert macht es reaktionsschnell, aber nervös. Neben der Prognose wird die tatsächlich im letzten Zeitfenster realisierte Volatilität dargestellt: Durch den visuellen Vergleich der beiden Linien können Sie innerhalb von Sekunden beurteilen, wie zuverlässig das Modell für dieses bestimmte Instrument ist – eine Information, die keine theoretische Dokumentation liefern kann.
### So funktioniert die Berechnung
1. Die logarithmische Rendite jedes Balkens wird im Vergleich zum vorherigen Schlusskurs berechnet.
2. Die Prognosevarianz wird rekursiv aktualisiert: Lambda mal die vorherige Varianz plus eins minus Lambda mal das Quadrat der beobachteten Rendite.
3. Die Volatilitätsprognose ist die Quadratwurzel dieser Varianz, ausgedrückt als Prozentsatz pro Balken.
4. Der Startwert ist die Stichprobenvarianz der ersten verfügbaren Balken, sodass die Rekursion von einem sinnvollen Wert ausgeht.
5. Die Vergleichsvolatilität wird rückwärts über das „InpRealizedWin“-Fenster berechnet, und zwar mit derselben Methode wie bei jedem klassischen Maß.
6. Der Alarmschwellenwert ist ein Vielfaches der langfristigen Durchschnittsprognose und passt sich somit automatisch an das jeweilige Instrument an.
### So wird es verwendet
- Nutzen Sie die Prognose, um die Positionsgröße vor der Eröffnung festzulegen, anstatt Anpassungen vorzunehmen, nachdem sich die Volatilität bereits verändert hat.
- Vergleichen Sie die Prognoselinie mit der realisierten Kurve: Wenn sie sich gut überlappen, ist das Modell für dieses Instrument zuverlässig.
- Eine Prognose, die den goldenen Schwellenwert überschreitet, deutet auf erwartete hohe Volatilität hin: Dies ist der richtige Zeitpunkt, um Stopps zu erweitern oder das Engagement zu reduzieren.
- Verringern Sie den Lambda-Wert bei Märkten, deren Regime sich schnell ändert, und erhöhen Sie ihn bei Märkten mit anhaltender Volatilität.
- Eine Prognose im blauen Bereich signalisiert eine erwartete Kompression: ein Umfeld, das sich für Range-Strategien eignet, nicht für unmittelbare Ausbrüche.
### Für wen und in welchen Zeitrahmen
Es richtet sich an Trader, die Risiken quantitativ steuern und ihre Positionen eher anhand der erwarteten als der vergangenen Volatilität dimensionieren möchten. Es funktioniert von M15 bis D1. Der Lambda-Wert von 0,94 ist der klassische RiskMetrics-Wert für Tagesdaten: Bei Intraday-Zeitrahmen ist es ratsam, ihn zu senken. Trader, die mit Volatilitätsmodellen nicht vertraut sind, können das Modell dennoch nutzen, indem sie sich allein an der Farbe orientieren; allerdings entgeht ihnen dabei der interessanteste Teil, nämlich die Beurteilung der Modellqualität durch den Vergleich der beiden Linien.
### Praktisches Beispiel für die Interpretation eines Signals
Beim NASDAQ100 H1 liegt die Prognose stabil bei etwa 0,18 Prozent, und die realisierte Volatilität folgt ihr dicht auf den Fersen: Das Modell beschreibt diesen Markt gut. Eine Makro-Veröffentlichung erzeugt einen Balken, der sechsmal so groß ist wie normal. Die Prognosevarianz absorbiert dieses enorme Ausmaß, und die Prognoselinie springt auf 0,55, womit sie den Alarmschwellenwert überschreitet. Man muss nicht darauf warten, dass sich die über zwanzig Balken berechnete realisierte Volatilität langsam aktualisiert: Die Prognose sagt sofort voraus, dass der nächste Balken wahrscheinlich sehr breit ausfallen wird. Ein Trader, der in diesem Moment eine Position eröffnet, reduziert das Volumen um zwei Drittel. Im Laufe der folgenden Handelstage kehrt die Prognose allmählich wieder zum Normalwert zurück.
## Eingabeparameter
| Parameter | Standardwert | Beschreibung |
|---|---|---|
| `InpLambda` | 0,94 | Modellabklingfaktor. Hohe Werte sorgen für ein langes Gedächtnis und eine langsame Reaktion, niedrige Werte für Reaktionsfreudigkeit und Nervosität. Der klassische Wert für Tagesdaten beträgt 0,94. |
| `InpRealizedWin` | 20 | Fenster der realisierten Volatilität, das zum Vergleich gezeichnet wird. Es hat keinen Einfluss auf die Prognose, sondern dient lediglich zu deren Bewertung. |
| `InpBaselineWin` | 250 | Fenster der langfristigen Durchschnittsprognose, aus dem der Alarmschwellenwert abgeleitet wird. |
| `InpAlertMult` | 1,50 | Auf den langfristigen Durchschnitt angewendeter Multiplikator zur Ermittlung des Schwellenwerts. Bei einem Wert von 1,50 wird eine um die Hälfte über dem Normalwert liegende erwartete Volatilität markiert. |
## Vorteile / Stärken
- Es blickt nach vorne statt zurück: So können Sie das Risiko anpassen, bevor sich die Volatilität ändert – und nicht erst danach.
- Der visuelle Vergleich zwischen Prognose und Ist-Wert ermöglicht es Ihnen, die Modellqualität für Ihr eigenes Instrument selbst zu beurteilen.
- Extrem ressourcenschonende rekursive Aktualisierung: ein einzelnes Produkt und eine Summe pro Balken.
- Der Alarmschwellenwert bezieht sich auf die Historie des Instruments und ist kein willkürlicher absoluter Wert.
## Einschränkungen und Warnhinweise
- Das Modell reagiert auf Schocks, antizipiert diese jedoch nicht: Unerwartete Nachrichten treffen es ebenso unvorbereitet wie jeden anderen Indikator.
- Eine einzelne anomale Rendite hat unmittelbar erhebliches Gewicht, sodass die Prognose nach einem vereinzelten Ereignis über mehrere Balken hinweg zu hoch ausfallen kann.
- Da es sich um ein rekursives Modell handelt, hängt der Wert von der gesamten geladenen Historie ab: Die ersten Balken nach einer Änderung der Charttiefe weichen geringfügig ab.
- Das Modell geht von einer Varianz mit Nullmittelwert aus: Bei Reihen mit ausgeprägter Drift ist die Schätzung leicht nach oben verzerrt.
**Kein Repaint:** Die auf einem geschlossenen Balken angezeigten Werte werden im Nachhinein niemals geändert.
**Haftungsausschluss.** Dieses Produkt ist ein Werkzeug zur technischen Analyse, kein automatisiertes Handelssystem, und bietet keinerlei Gewinngarantie. Finanzmärkte bergen das Risiko eines vollständigen Verlusts des investierten Kapitals. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Jedes Signal muss durch Ihre eigene Analyse, einen Geldmanagementplan und vorherige Tests auf einem Demokonto bestätigt werden. Der Autor übernimmt keine Verantwortung für Handelsentscheidungen, die auf der Grundlage dieses Indikators getroffen werden.
## Vorgeschlagene Tags/Schlüsselwörter für MQL5
`Volatilität`, `Prognose`, `EWMA`, `Risikomanagement`, `Risikometrik`, `Positionsgröße`, `kein Repaint`, `quantitativ`
