Trend Exhaustion Meter
- Indikatoren
- Version: 1.0
- Aktivierungen: 5
# Trend-Erschöpfungsanzeige – Zusammengesetzter Erschöpfungswert
*Kategorie: Trend | Schwierigkeitsgrad: fortgeschritten | Fenster: separates Fenster unterhalb des Charts | Märkte: universell (Devisen, Indizes, Rohstoffe, Kryptowährungen, Aktien) | Empfohlene Zeitrahmen: M30, H1, H4, D1*
## Kurzbeschreibung
> Ein Wert von 0 bis 100, der die Abweichung vom Mittelwert, die Sättigung der Trendrichtung und das Nachlassen des Momentums kombiniert. Er misst das Risiko einer Fortsetzung der Bewegung, nicht deren Umkehr.
### Überblick
Kein einzelnes Anzeichen deutet darauf hin, dass ein Trend kurz vor dem Ende steht, doch wenn mehrere gleichzeitig auftreten, verschlechtert sich das Risiko-Ertrags-Verhältnis eines Einstiegs in eine Trendfortsetzung merklich. Der Trend-Erschöpfungsmesser kombiniert drei Kennzahlen, die in der Praxis mit dem Ende trendgerichteter Bewegungen einhergehen. Die erste ist die Abweichung: Wie weit hat sich der Kurs von seinem eigenen Durchschnitt entfernt, gemessen in ATR. Die zweite ist die Sättigung: Welcher Anteil der jüngsten Kerzen schloss in Trendrichtung, denn wenn dies bei fast allen der Fall war, bleiben nur noch wenige Marktteilnehmer übrig, die noch umschwenken könnten. Die dritte ist der Momentum-Abfall: das aktuelle Momentum im Vergleich zum maximalen Momentum, das innerhalb desselben Zeitfensters erreicht wurde. Die drei Komponenten werden auf einen Wert zwischen null und eins normiert und gemittelt, wobei das Ergebnis das Vorzeichen der Trendrichtung annimmt.
### So funktioniert die Berechnung
1. Die Referenzrichtung ist das Vorzeichen der Abweichung zwischen dem Kurs und dem einfachen Durchschnitt des Zeitfensters: Dies ist der Trend, dessen Erschöpfung wir messen.
2. Stretch-Komponente: absolute Abweichung geteilt durch InpStretchAtr mal ATR, auf eins begrenzt.
3. Sättigungskomponente: Anteil der im Trend verlaufenden, innerhalb des Zeitfensters geschlossenen Balken, umskaliert von neutralen fünfzig Prozent auf bis zu hundert Prozent.
4. Momentum-Fade-Komponente: Eins minus dem Verhältnis zwischen dem aktuellen Momentum und dem maximalen trendbegünstigenden Momentum innerhalb des Fensters.
5. Die drei Komponenten werden gemittelt und auf Prozentwerte umskaliert; das Vorzeichen zeigt an, ob der sich erschöpfende Trend bullisch oder bärisch ist.
6. Das Histogramm wird erst ab dem Schwellenwert „InpAlertLevel“ eingefärbt, sodass die Aufmerksamkeit auf wirklich relevante Situationen gelenkt wird.
### Anwendung
- Verwenden Sie es als Bremse, nicht als konträres Signal: Sobald der Schwellenwert überschritten wird, sollten Sie die Position nicht weiter aufstocken und das Risikomanagement straffen – kehren Sie die Position nicht um.
- Ein über einen langen Zeitraum anhaltend hoher Wert deutet auf einen starken Trend hin, nicht auf einen bereits beendeten: Gerade in den stärksten Trends bleiben die drei Komponenten auf hohem Niveau.
- Der aussagekräftigste Moment ist der Rückfall unter den Schwellenwert nach einer längeren Phase oberhalb davon: Hier hat die Bewegung tatsächlich an Schwung verloren.
- Kombinieren Sie den Indikator zur Bestätigung mit einem Strukturindikator: Eine Erschöpfung wird erst dann handlungsrelevant, wenn auch die Hochs und Tiefs nicht mehr weiter steigen bzw. fallen.
- Für Gegen-Trend-Trader dient dies als Eintrittsfilter: Ohne deutliche Erschöpfung ist ein konträres Einstiegssignal lediglich eine Wette.
### Für wen und in welchen Zeitrahmen
Es ist ein Werkzeug für erfahrene Trader, die offene Positionen verwalten und entscheiden müssen, wann sie kein weiteres Risiko mehr eingehen sollten. Es ist nichts für diejenigen, die nach Einstiegssignalen suchen, da seine korrekte Anwendung defensiver Natur ist. Er funktioniert von M30 bis D1; unterhalb von M30 werden die drei Komponenten verrauscht und der Wert springt ohne aussagekräftige Informationen. Er erfordert interpretative Disziplin: Die Versuchung, ihn als Umkehrsignal zu deuten, ist groß, aber genau das ist der Fehler, den der Indikator verhindern soll.
### Praktisches Beispiel für die Interpretation eines Signals
Auf dem USDCAD-H4-Chart fällt der Kurs seit zwei Wochen. Der Indikator erreicht -82: Der Kurs liegt fast drei ATR unter dem Durchschnitt, achtzig Prozent der letzten dreißig Balken schlossen niedriger und das aktuelle Momentum beträgt die Hälfte des Maximums. Eine Short-Position wird nicht umgekehrt, aber der Stop wird knapp über das Hoch der letzten fünf Balken verschoben und die Stopps werden pyramidenförmig aufgestockt. Der Kurs fällt über weitere sechs Balken, prallt dann ab: Der Stop wird mit Gewinn getroffen. Der Wert fällt wieder unter den Schwellenwert von -55, und erst dort könnte ein Einstieg gegen den Trend in Betracht gezogen werden – und zwar nur bei Bestätigung eines höheren strukturellen Hochs.
## Eingabeparameter
| Parameter | Standardwert | Beschreibung |
|---|---|---|
| `InpWindow` | 30 | Fenster, über das der durchschnittliche, der Sättigungs- und der maximale Momentumwert gemessen werden. Es definiert, welche Größenordnung der Kursbewegung bewertet wird. |
| `InpMomentum` | 10 | Zeithorizont des internen Momentums. Er muss deutlich unter `InpWindow` liegen, damit der Vergleich mit dem Maximum aussagekräftig ist. |
| `InpAtrPeriod` | 30 | ATR-Periode, die zur Normalisierung der Streckung verwendet wird. |
| `InpStretchAtr` | 3,00 | Abstand vom Durchschnitt in ATR, der als maximale Ausdehnung behandelt wird. Eine Verringerung dieses Werts führt zu einer schnelleren Sättigung der Komponente und macht den Score empfindlicher. |
| `InpAlertLevel` | 70,0 | Schwellenwert, ab dem das Histogramm eingefärbt wird. Eine Erhöhung dieses Wertes kennzeichnet nur die extremsten Situationen. |
## Vorteile / Stärken
- Es kombiniert drei voneinander unabhängige Anzeichen und reduziert so das Gewicht eines einzelnen anomalen Kursverhaltens.
- Alle Komponenten sind normalisiert, sodass der Score für jedes Instrument und jeden Zeitrahmen dieselbe Aussagekraft hat.
- Der Indikator ist defensiv ausgelegt und ergänzt somit die bereits verwendeten Einstiegsindikatoren, anstatt mit ihnen zu konkurrieren.
- Kein „Repaint“ und keine versteckten Optimierungsparameter: Die drei Komponenten sind durch die explizite Auslegung gleich gewichtet.
## Einschränkungen und Warnhinweise
- Ein hoher Wert kann bei einem starken Trend über Dutzende von Bars hinweg bestehen bleiben: Dies als bevorstehende Trendumkehr zu interpretieren, ist der häufigste und kostspieligste Fehler.
- Die drei Komponenten werden gleichgewichtet gemittelt – eine sinnvolle, aber willkürliche Entscheidung: Auf manchen Märkten ist eine davon aussagekräftiger als die anderen.
- Es erfordert ein breites Zeitfenster und drei aufeinander abgestimmte Parameter: Es handelt sich nicht um ein Tool, das man ohne Lektüre der Dokumentation anwenden sollte.
- In Seitwärtsphasen wechselt die Referenzrichtung ständig, und der Wert schwankt zwischen positiv und negativ, ohne dass dies eine operative Bedeutung hat.
**Kein Repaint:** Die auf einem geschlossenen Balken angezeigten Werte werden im Nachhinein niemals geändert.
**Haftungsausschluss.** Dieses Produkt ist ein Werkzeug zur technischen Analyse, kein automatisiertes Handelssystem, und bietet keinerlei Gewinngarantie. Finanzmärkte bergen das Risiko eines vollständigen Verlusts des investierten Kapitals. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Jedes Signal muss durch Ihre eigene Analyse, einen Geldmanagementplan und vorherige Tests auf einem Demokonto bestätigt werden. Der Autor übernimmt keine Verantwortung für Handelsentscheidungen, die auf der Grundlage dieses Indikators getroffen werden.
## Vorgeschlagene Tags/Schlüsselwörter für MQL5
`Erschöpfung`, `Trend`, `Überdehnung`, `Momentum`, `Risikomanagement`, `Komposit`, `kein Repaint`, `Gegen-Trend`
