English Русский 中文 Español Português
preview
Analyse der stündlichen Kursentwicklung von Symbolen und ihrer Spreads in MetaTrader 5

Analyse der stündlichen Kursentwicklung von Symbolen und ihrer Spreads in MetaTrader 5

MetaTrader 5 — Handel |
24 2
Roman Shiredchenko
Roman Shiredchenko

Einleitung

Stellen Sie sich einen Ozean vor. Für den flüchtigen Betrachter wirken seine Wellen chaotisch und unvorhersehbar. Ein erfahrener Segler weiß jedoch um die Gezeiten – mächtige, rhythmische und vorhersehbare Kräfte, die die gesamte Wassermasse in Bewegung versetzen. Diese Kräfte unterliegen den Gesetzen der Himmelsmechanik und lassen sich mit hoher Genauigkeit berechnen.

Der Devisenmarkt ist diesem Ozean sehr ähnlich. Für einen Anfänger ist dies ein Flimmern von Zahlen und chaotischen Kerzen; für einen Profi hingegen ist es ein geordneter Kapitalfluss, der von fundamentalen Kräften angetrieben wird, von denen die Zeit die wichtigste ist. Der Devisenmarkt agiert nicht in einem Vakuum – sein Lebenszyklus wird von der Geschäftstätigkeit in den wichtigsten Finanzzentren der Welt bestimmt. Während ein Zentrum erwacht und seine Arbeit aufnimmt, schließt ein anderes bereits. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf aus Liquiditätsschüben, gerichteten Kursbewegungen, Volatilität und – was für uns am wichtigsten ist – vorhersehbaren Mustern des Kursverhaltens. Im vorherigen Artikel haben wir die Qualität des Spread-Handels auf Basis saisonaler Faktoren am Devisenmarkt lang- und mittelfristig bewertet. In diesem Artikel werden wir Intraday-Bewegungen von Spreads zwischen Symbolen analysieren.

Wir werden uns ein leistungsstarkes Werkzeug zur Analyse von Intraday-Mustern ansehen – den ISI-ProSpread-SMA-Indikator, wobei gilt:

  • ISI – Index Seasonality Indicator (Saisonalitätsindikator),
  • Spread – Spread (Arbeit mit einem Instrumentenpaar),
  • SMA – einfacher gleitender Durchschnitt.

Hier werden wir nicht nur die Anwendungsmöglichkeiten des Indikators untersuchen, sondern auch die mathematische Theorie, die Marktbewegungen vorwegnimmt. Lassen Sie uns darüber sprechen, wie uns die Wahrscheinlichkeitstheorie und die mathematische Statistik dabei helfen, wiederkehrende Marktmuster zu verstehen und zu berechnen.


Den richtigen Zeitpunkt für den Handel wählen

Der Markt, insbesondere der Devisenmarkt, ist kein Chaos. Es handelt sich um eine riesige Menge von Akteuren (Banken, Fonds, Algorithmen, Privattrader), die nach eigenen Regeln und Plänen handeln und auf wirtschaftliche Ereignisse reagieren. Viele dieser Aktionen wiederholen sich jeden Tag zur gleichen Zeit:
  • Eröffnung/Schließung von Handelssitzungen (asiatische, europäische, amerikanische),
  • Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsnachrichten (z. B. Nonfarm Payrolls),
  • operative Geschäfte von Banken (Positions-Rollovers, Hedging),
  • Betrieb algorithmischer Systeme, die nach einem Zeitplan gestartet werden.

Dadurch entstehen saisonale Muster – statistisch signifikante, wiederkehrende Kursbewegungen zu bestimmten Zeiten. Werfen wir zunächst einen Blick auf den statistischen Handelsansatz.

Arten und Zeitpläne von Handelssitzungen auf dem Forex-Devisenmarkt

Unter einer Handelssitzung versteht man einen Zeitraum, in dem Banken und Handelsplattformen aus Ländern derselben geografischen Region auf dem Devisenmarkt aktiv sind. Der Handel bestimmt die Schwankungen der weltweiten Wechselkurse und ermöglicht es Tradern, zu niedrigeren Preisen zu kaufen und zu höheren zu verkaufen, um von der Differenz zu profitieren.

Eine Handelssitzung ist die offizielle Handelszeit der Börsen, in der die meisten Devisengeschäfte getätigt, Aufträge für Wertpapiere und andere Finanzinstrumente erteilt und abgewickelt sowie Statistiken und Berichte veröffentlicht werden. Der Devisenmarkt ist rund um die Uhr aktiv, denn während in einem Teil der Welt der Abend hereinbricht und der Handel endet, ist es in einem anderen Teil bereits Morgen und ein neuer Geschäftstag beginnt. Dadurch ist ein Devisenhandel rund um die Uhr möglich, unabhängig von den Öffnungszeiten der lokalen Börsen.

Die Wahl des richtigen Zeitpunkts für den Handel ist einer der Faktoren, die über den Erfolg eines Devisenhändlers entscheiden. Die Devisenhandelswoche beginnt am Montagmorgen und endet am Freitagabend mit der Schließung der New Yorker Handelssitzung. Als Beginn der Handelswoche gilt die Eröffnung der Pazifik-Handelssitzung in Wellington (Neuseeland) am Montagmorgen Ortszeit. Die Greenwich Mean Time dient allen Ländern als gemeinsamer Bezugspunkt, von dem aus die Zeitzonen gemessen werden, um Verwirrung bei der Bestimmung des Handelsbeginns an einem bestimmten geografischen Standort zu vermeiden.

Geografisch lassen sich alle Börsen in vier Zeitzonen einteilen: Die regionalen Börsen, die den größten Einfluss auf Kursschwankungen haben, befinden sich in den genannten Städten. Hier sind die wichtigsten Regionen, in denen der tägliche Devisenhandel stattfindet. Sich überschneidende Handelssitzungen im Tagesverlauf: Die größte Aktivität und Volatilität ist in den Zeiträumen zu verzeichnen, in denen sie sich überschneiden (London/New York).


Die angegebene Uhrzeit ist ungefähr und variiert je nach Umstellung auf Sommer- bzw. Winterzeit in den verschiedenen Ländern

Jede Handelssitzung hat ihr ganz eigenes „Temperament“, nämlich:

Finanzzentrum „Charakter“ der Handelssitzung Wichtigste Instrumente
Sydney/Wellington
Ruhig, gibt oft die Richtung für den Tag vor
AUD, NZD, AUDNZD, AUDUSD
Tokio/Asien
Kann die Bewegung verstärken oder korrigieren
JPY, AUD, NZD, USDJPY
London/Europa
Die volatilste Handelssitzung, liefert den größten Teil des Volumens
EUR, GBP, CHF, EURUSD, GBPUSD
New York/Amerika
Hohe Volatilität, reagiert auf Nachrichten
USD USD, CAD, USDCAD, USD-Paare

Es ist offensichtlich, dass der Handel rund um die Uhr stattfindet und nahtlos von einer Region in die nächste übergeht. Die Handelssitzungen überschneiden sich, wodurch ein einheitliches Handelsumfeld für die Durchführung von Geschäften entsteht.

Die europäische Region verzeichnet das größte Volumen an Devisengeschäften: Bei Eröffnung des Londoner Marktes beträgt ihr Anteil etwa 30 % aller täglichen Transaktionen. Der Markt ist rund um die Uhr geöffnet, legt jedoch an Wochenenden und Feiertagen, wenn die Handelsaktivität nachlässt, Pausen ein. In solchen Phasen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es aufgrund der Ausführung von Kundenaufträgen durch eine oder mehrere Großbanken in einer anderen Region zu einer starken kurzfristigen Wechselkursschwankung kommt. Das Wichtigste ist, den günstigsten und rentabelsten Zeitpunkt für den Handel zu wählen.

Besonderheiten der Handelssitzungen
Für Marktteilnehmer ist es wichtig, nicht nur die Start- und Endzeiten des Handels zu kennen, sondern auch deren Besonderheiten zu verstehen. Jede Region hat ihren eigenen Stil und eigene Regeln für die Abwicklung von Geschäften, das Handelsvolumen sowie spezifische Strategien entwickelt, die sie von anderen Börsen unterscheiden. Jede Handelssitzung stützt sich auf ihre eigenen Währungspaare und reagiert stärker auf externe wirtschaftliche Faktoren in ihrem geografischen Raum als auf Ereignisse in weiter entfernten Regionen. Allen gemeinsam sind die gleichmäßige Entwicklung der Währungskurse in der Nacht und der (mitunter explosive) Anstieg der Volatilität tagsüber.

Asiatische Handelssitzung
Der asiatische Handel erreicht zwischen 8:00 und 12:00 Uhr seinen Höhepunkt, wenn die europäischen Finanzzentren öffnen, Trader die Währungsbewegungen bestimmen und Positionen eröffnen. Allerdings ist diese Handelssitzung in der Regel durch geringe Liquidität und Volatilität gekennzeichnet. Die Währungspaare bewegen sich weiterhin innerhalb enger Handelsspannen, was die Voraussetzungen für starke Kursbewegungen in der Zukunft schafft. Die wichtigsten Währungspaare mit dem britischen Pfund (GBP), dem US-Dollar (USD), dem Euro (EUR) und dem Schweizer Franken (CHF) befinden sich in einem „ruhenden“ Zustand. Die folgenden werden aktiv gehandelt:

  • Japanischer Yen (JPY),
  • Singapur-Dollar und Australischer Dollar,
  • Chinesischer Yuan (CNY).

Zu den relativen Nachteilen dieser Handelssitzung zählt die geringe Volatilität von wenigen Dutzend Punkten, was zu geringen Gewinnen für Händler führt und Broker dazu zwingt, hohe Spreads festzulegen. Wird der Preiskorridor durchbrochen, setzt sich dieser Trend in den nachfolgenden Trades fort.

Europäische Handelssitzung
Die in Asien entstandenen Trends werden von der europäischen Forex-Handelssitzung aufgegriffen. Ihre Handelszeiten sind von 10:00 Uhr bis 19:30 Uhr. Wichtigste Akteure: deutsche, französische und britische Börsen in Paris, Zürich, Frankfurt und Luxemburg. London nimmt aufgrund seiner geografischen Lage und der Tatsache, dass alle weltweit größten Finanzkonzerne dort Niederlassungen haben, eine Sonderstellung auf dem Devisenmarkt ein.

Sobald die Londoner Börse öffnet, bilden sich die meisten Markttrends heraus und halten bis zum Beginn der amerikanischen Handelssitzung an. Da sich die europäische Handelszeit mit zwei weiteren Handelssitzungen überschneidet und die britische Hauptstadt das größte Finanzzentrum der Welt ist, entfällt auf diesen Zeitraum der größte Anteil der am Forex-Markt getätigten Transaktionen. Charakteristisch sind große Kapitalbewegungen und rasche Kursänderungen sowie eine hohe Volatilität.

Amerikanische Handelssitzung
Die amerikanische Handelssitzung zeichnet sich durch erhöhte Aggressivität und Unvorhersehbarkeit aus. Als aktivste Phase gilt der Zeitraum, in dem sich der europäische und der amerikanische Handel überschneiden. Die amerikanischen Märkte öffnen um 16:00 Uhr in New York und schließen um 01:00 Uhr in Chicago. Die Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten am Vormittag fällt mit der Veröffentlichung der Nachmittagsberichte in Europa zusammen, woraufhin das Handelsvolumen steigt und der Markt mit Liquidität gesättigt wird.

Die aktivsten Handelsstunden an der Börse

Der amerikanische Devisenmarkt, der nur geringfügig kleiner ist als der europäische, lässt die Zahl der Marktteilnehmer und Transaktionen auf das Doppelte steigen und ist in der Lage, sich abzeichnende Trends umzukehren oder erheblich zu verändern. Dies wird auch durch das Auftreten extrem aggressiver Hedgefonds am Markt sowie durch Firmen und Unternehmen begünstigt, die an Währungsspekulationen interessiert sind und koordiniert vorgehen können.

Auf dem Forex-Markt sind zwischen 16:00 und 19:00 Uhr starke Kurssprünge zu beobachten – in der Zeit, in der sich die Handelssitzungen überschneiden. In dieser Zeit versuchen die meisten Trader, so viel wie möglich aus dem Markt herauszuholen, schließen dann ihre Position und kehren erst am nächsten Tag wieder zum Handel zurück. Allerdings kommt es im Handel am US-Markt aufgrund der Schließung des europäischen Marktes zu Schwankungen.

Wenn die Kursaktivität nachlässt und große Marktteilnehmer den Markt verlassen, können US-Banken den Wechselkurs mit deutlich geringeren Kosten zu ihren Gunsten verändern. Die führenden Währungen bleiben USD, GBP und JPY sowie in geringerem Maße EUR. Der kanadische Dollar, der mexikanische Peso und der brasilianische Real gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung.

Pazifik-Handelssitzung
Die Überschneidungszeiten der Handelssitzungen in dieser Region sind so ruhig, dass manche Trader den Handel im Pazifikraum nicht einmal als vollwertige Handelssitzung betrachten. Die Handelszeiten liegen ungefähr zwischen 00:00 Uhr und 09:00 Uhr, und die wichtigsten Merkmale sind geringe Handelsvolumina und eine niedrige Volatilität.

Diese Plattform gilt als die am besten geeignete für Trading-Einsteiger. Hier können Sie Handelskenntnisse erwerben und verschiedene Strategien mit minimalem Risiko ausprobieren. Erhebliche Währungsbewegungen an den australischen und neuseeländischen Börsen erfordern außergewöhnliche Mitteilungen der US-Notenbank, die nach 22:00 Uhr veröffentlicht werden. Mit der Eröffnung der asiatischen Börsen zeichnet sich eine gewisse Aktivität ab, die aggressiver und lebhafter ist. Die wichtigsten Währungen sind der australische und der neuseeländische Dollar sowie der japanische Yen.

Indikatoren für Handelssitzungen
Indikatoren für Handelssitzungen dienen dazu, Kursveränderungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu veranschaulichen. Die meisten Handelsaktivitäten finden in den Zeiträumen statt, in denen sich die Öffnungs- und Schließzeiten der Börsen überschneiden. Die höchste Aktivität ist in der Regel zu verzeichnen, wenn der Londoner Handel schließt und der amerikanische Handel beginnt, also etwa zwischen 16:00 und 19:00 Uhr.

Die asiatische Handelssitzung gilt als die ruhigste Phase (auch wenn dies in letzter Zeit nicht immer der Fall war) mit der geringsten Volatilität. Die höchste Handelsaktivität ist während der Handelszeiten in London und New York zu verzeichnen. Jeder Trader ist gezwungen, sich an die Handelssitzungen anzupassen, in deren Zeitzone er sich physisch befindet. Das Wichtigste, woran Sie sich anpassen müssen, sind die stündlichen Kursbewegungen der Währungspaare, auf die wir in diesem Artikel näher eingehen werden. Das Verständnis der Zeiten von Handelssitzungen ist unerlässlich, um einschätzen zu können, wie sich ein bestimmtes Symbol, mit dem Sie handeln, zu einer bestimmten Uhrzeit und in einem bestimmten Zeitraum entwickeln könnte.

An den Märkten kommt es häufig zu Phasen erhöhter Volatilität. Dieser Faktor sollte auch beim Daytrading berücksichtigt werden. Einer der beliebtesten Indikatoren ist I-session, der die Entwicklung der einzelnen Handelssitzungen in verschiedenen Farben darstellt und numerische Werte der Kursveränderungen (in Punkten) liefert. Als Nächstes werden wir uns eingehend damit befassen, wie Sie dieses leistungsstarke Tool installieren, konfigurieren und seine Möglichkeiten richtig interpretieren. Sie lernen vier Berechnungsgleichungen kennen, erfahren, wie Sie das Informationspanel lesen, und wie Sie die Signale des Indikators in Ihr Handelssystem integrieren. Machen Sie sich bereit, den Markt auf eine Weise zu betrachten, wie Sie ihn noch nie zuvor betrachtet haben – aus der Perspektive von Zeit und Wahrscheinlichkeit.


Merkmale der Kursbewegungen der Symbole, Interpretation der Messwerte des ISI ProSpread SMA

Wichtigste Merkmale des Indikators:

Analyse mit mehreren Modi (4 Gleichungen):

  1. SMA Spread/Kurs — gleitender Durchschnitt des Spreads oder des Kurses,
  2. Kursdifferenz — Differenz (Schlusskurs minus Eröffnungskurs),
  3. Volatilitätsindex — Volatilitätsindex,
  4. Kerzenstärke — Kerzenstärke.

Flexible Einstellungen:

  • Auswahl der Handelszeiten (z. B. nur die Londoner Handelssitzung),
  • Analysetiefe (Anzahl der Tage in der Historie),
  • Konfiguration von Spread-Koeffizienten,
  • Auswahl eines Zeitrahmens für die Analyse.

Visualisierung:

  • Indikator-Chart mit Nulllinie,
  • Dashboard mit stündlichen Statistiken,
  • farbliche Kennzeichnung bullischer/bärischer Phasen.

Arbeitsalgorithmus:

  1. sammelt historische Daten für einen bestimmten Zeitraum;
  2. analysiert das Kursverhalten für jede Stunde des ausgewählten Bereichs;
  3. berechnet statistische Wahrscheinlichkeiten;
  4. erstellt anhand der ausgewählten Formel eine Indikatorkurve;
  5. zeigt eine Übersichtstabelle mit den Analyseergebnissen an.

Dieser Indikator eignet sich besonders gut für Intraday-Trader, Arbitrage-Strategien, die Analyse saisonaler Muster und die Bestätigung von Handelssignalen.

Die folgenden Abbildungen 1 und 2 zeigen die stündliche Kursentwicklung des Symbols EURUSD in Abhängigkeit von der Uhrzeit: Um 9:00 Uhr weist EURUSD mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 % eine Aufwärtstendenz auf, wie die zweite Zeile des Dashboards in Grün anzeigt.

EURUSD

Abb. 1. Merkmale der stündlichen Kursentwicklung von EURUSD

Die angezeigten externen Eingabeparameter entsprechen dem Formeltyp 2 des Indikators.

  EURUSD

Abb. 2. Werte externer Variablen für das Symbol EURUSD

Die Abbildungen 3 und 4 zeigen die stündliche Kursentwicklung des Symbols GBPUSD in Abhängigkeit von der Uhrzeit: Um 9:00 Uhr weist GBPUSD mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 % eine Aufwärtstendenz auf, wie die zweite Zeile des Dashboards in Grün anzeigt.

GBPUSD

Abb. 3. Merkmale der stündlichen Kursentwicklung von GBPUSD

Die angezeigten externen Eingabeparameter entsprechen dem Formeltyp 2 des Indikators.

GBPUSD

Abb. 4. Werte externer Variablen für das Symbol GBPUSD

Darüber hinaus zeigen die Abbildungen 5 und 6 die stündliche Entwicklung des Spreads der Symbole EURUSD-GBPUSD unter Verwendung von Formeltyp Nr. 0.

EURUSD-GBPUSD

Abb. 5. Merkmale der stündlichen Bewegung des Symbol-Spreads EURUSD-GBPUSD

EURUSD-GBPUSD

Abb. 6. Werte der externen Variablen für den Symbol-Spread EURUSD-GBPUSD

Nun zur wichtigen Frage. Was passiert beispielsweise um 11:30 Uhr Londoner Zeit? Banken und algorithmische Fonds beginnen, die Lage einzuschätzen, und bereiten sich auf den Schluss des europäischen Handelstages und die Eröffnung des amerikanischen Handelstages vor. Sie wickeln Großaufträge von Kunden ab und sichern Risiken ab. Was machen sie morgen um 11:30 Uhr? Übermorgen? In einem Monat?

Sie tun genau dasselbe! Natürlich zeigen sie keine absolute Übereinstimmung, doch ihre Handlungen, die durch die Logik von Arbeitsabläufen, Regelwerken und Liquiditätszyklen bestimmt werden, bilden ausgeprägte statistische Anomalien – saisonale Muster. Das bedeutet, dass der Kurs zur gleichen Uhrzeit an verschiedenen Tagen eine statistisch signifikante Tendenz aufweist, sich mit vorhersehbarer Stärke in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Das ist kein „Wahrsagen aus Teeblättern“, sondern knallharte Mathematik und Wahrscheinlichkeitstheorie.


Die Magie der Wiederholung: Das Phänomen der Intraday-Saisonalität

Das Problem ist, dass es fast unmöglich ist, diese Muster auf einem Chart mit bloßem Auge zu erkennen. Sie gehen im Rauschen zufälliger Schwankungen unter. Das ist so, als wolle man eine Melodie erkennen, indem man nur einer einzigen Note in einer Symphonie lauscht. Was wir brauchen, ist ein Instrument, das der gesamten Symphonie „lauschen“ und die sich darin wiederholenden Harmonien erkennen kann.

Was liefern diese Daten? Je nachdem, zu welchen Zeiten Sie handeln, können Sie Ihre Handelssysteme auf statistisch signifikante und musterbasierte Bewegungen von Währungspaaren während dieser Zeiten abstimmen und sich so einen statistischen Vorteil verschaffen. Die Brücke zwischen Theorie und Praxis bildet der ISI ProSpread SMA-Indikator. Das ist Ihr persönlicher Statistiker, Mathematiker und Analyst, der rund um die Uhr für Sie im Einsatz ist. Er sagt nicht die Zukunft voraus, sondern berechnet Wahrscheinlichkeiten.

Wie funktioniert das? Der Indikator erfasst Daten, indem er die von Ihnen festgelegte Historientiefe (30, 60, 90 Tage) analysiert, und kategorisiert diese, indem er alle historischen Daten nach den Stunden der ausgewählten Handelssitzung aufschlüsselt (z. B. von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr Moskauer Zeit).

Der Indikator führt anschließend eine Analyse durch, indem er die für jede Stunde charakteristischen Muster berechnet. Sie können die erkannten Muster auswerten und in eine weitere Formel integrieren. Fügen Sie dazu einfach den Funktionskörper in den Indikatorcode ein und rufen Sie ihn in externen Variablen auf:

  • Wahrscheinlichkeit einer Aufwärts- oder Abwärtsbewegung (%),
  • durchschnittliche Bewegung (mathematischer Erwartungswert) in Punkten,
  • Stärke und Volatilität der für diese Stunde typischen Bewegung.

Der Indikator stellt all diese Informationen dann in Form eines übersichtlichen Informationspanels direkt in Ihrem Chart und als Kurve im Indikatorfenster dar.

Wie ein Trader davon profitiert:

  • Zuversicht: Sie gehen einen Trade nicht ein, weil „es so aussieht, als würde der Kurs steigen“, sondern weil die Statistik der letzten N Tage eine Wahrscheinlichkeit von 70 % für eine Aufwärtsbewegung zu genau dieser Stunde zeigt;
  • Genauigkeit: Sie kennen nicht nur die Richtung, sondern auch das ungefähre Zielniveau auf Basis der durchschnittlichen Bewegung;
  • Flexibilität: Der Indikator funktioniert nicht nur mit Währungspaaren, sondern auch mit Spreads (der Differenz zwischen zwei Vermögenswerten) und eröffnet damit Arbitrage- und marktneutrale Strategien;
  • Disziplin: Sie hören auf, alles zu handeln, und handeln nur noch zu Ihren besten Zeiten, in denen Sie einen statistischen Vorteil haben.

Das ist kein „Heiliger Gral“. Es systematisiert Ihre Vorgehensweise, indem es den Handel aus dem Bereich der Intuition in den Bereich messbarer und steuerbarer Wahrscheinlichkeiten verlagert.

So verwenden Sie ihn:

  • für ein Symbol: zeigt das durchschnittliche Kursniveau für den ausgewählten Zeitraum an
  • für einen Spread: zeigt den Durchschnittswert der Differenz zwischen zwei Instrumenten an
  • Wenn der aktuelle Kurs diese Linie kreuzt, kann dies auf einen überkauften oder überverkauften Markt hindeuten.

Beispiel:

  • EURUSD: SMA (90 Tage, 8:00–12:00 Uhr) = 1,0850 – wenn der Kurs darüber liegt, kann der Markt überkauft sein
  • EURUSD/GBPUSD-Spread: SMA = 0,0015 – wenn der aktuelle Spread höher ist, ist der Euro stärker als das britische Pfund

Struktur
Schematische Darstellung des Indikators

Das Diagramm veranschaulicht, wie Nutzerdaten verarbeitet und analysiert werden, um schließlich Rückschlüsse auf die mögliche Bewegungsrichtung eines Symbols oder eines Spreads zwischen Symbolen zu ziehen.

Wichtige Komponenten:

  • Block für Eingabeparameter (violett)
    • Konfiguration des Symbols (einzeln oder als Spread)
    • Auswahl des Zeitfensters
    • Berechnungseinstellungen
  • Datenverarbeitungseinheit (blau)
    • Laden von Rohdaten
    • Spread-Berechnung bei Bedarf
    • Berechnungen anhand einfacher Formeln
    • Zeitfilterung
  • Block für statistische Analyse (orange)
    • Stündliche Performance-Kennzahlen
    • Wahrscheinlichkeitsberechnungen
    • Volatilitätskennzahlen
    • historische Extreme
  • Block für visuelle Ausgabe (grün)

Eingabeparameter des Indikators

input string InpSymbol1 = "EURUSD";        // Main symbol
input string InpSymbol2 = "";              // Secondary symbol (for spread)
input double InpLotCoeff1 = 1.0;           // Symbol1 lot coefficient
input double InpLotCoeff2 = 1.0;           // Symbol2 lot coefficient
input int InpStartHour = 8;                // Start hour (0-23)
input int InpEndHour = 12;                 // End hour (0-23)
input int InpHistoryDays = 30;             // History depth (days)
input ENUM_TIMEFRAMES InpAnalysisTF = PERIOD_H1; // Analysis timeframe
input int InpFormulaType = 0;              // ISI formula type (0-3)
input int InpMAPeriod = 14;                // SMA period for formula 0

Algorithmus zur Anwendung im Intraday-Handel:

  1. Ermitteln Sie die Stunden mit der höchsten Bewegungswahrscheinlichkeit (z. B. 60 %+)
  2. Ermitteln Sie die Zeiträume mit der größten durchschnittlichen Bewegung
  3. Vergleichen Sie das aktuelle Kursverhalten mit historischen Daten
  4. Eröffnen Sie eine Position, wenn die Signale übereinstimmen


Ausführliche Beschreibung der Indikatorformeln

Der Indikator ist vielseitig einsetzbar und ermöglicht es uns, sowohl ein einzelnes Instrument als auch den Spread zwischen zwei Instrumenten zu analysieren. Die Wahl der Formel hängt von Ihrem Handelsstil ab.

Formel 0: Spread/Preis-SMA (die wichtigste und ausgefeilteste Formel)

Die Formel berechnet den einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA):

  • Wenn ein Instrument ausgewählt ist, wird dessen Preis geglättet;
  • Wenn zwei Instrumente ausgewählt sind, wird zunächst der Spread berechnet (K1*Kurs1 – K2*Kurs2) und anschließend mittels SMA geglättet.

Durch die Glättung wird Marktrauschen herausgefiltert, sodass Sie den allgemeinen Trend besser erkennen können.

Um den Indikator effektiv zu nutzen, achten Sie auf Momente, in denen die ISI-Hauptlinie (blau) die Nulllinie von oben nach unten
(bärisches Signal) oder von unten nach oben (bullisches Signal) kreuzt.

SMA-Gleichung:

  • Für ein Symbol: SMA = SUMME(Kurs über N Perioden) / N
  • Für einen Spread: SMA = SUMME(Spread über N Perioden) / N

Spread = K1*Kurs1 – K2*Kurs2

void CalculateFormula0(const int rates_total, const int prev_calculated)
{
   for(int i = start; i < rates_total; i++)
   {
      if(isSpread)
      {
         // Calculate spread SMA
         double sum = 0.0;
         int count = 0;
         for(int j = 0; j < InpMAPeriod && (i - j) >= 0; j++)
         {
            sum += InpLotCoeff1 * Temp_Open[i-j] - InpLotCoeff2 * Temp_Open2[i-j];
            count++;
         }
         PriceSMA_Buffer[i] = sum / count;
      }
      else
      {
         // Calculate the SMA price for one symbol
         double sum = 0.0;
         int count = 0;
         for(int j = 0; j < InpMAPeriod && (i - j) >= 0; j++)
         {
            sum += Temp_Open[i-j];
            count++;
         }
         PriceSMA_Buffer[i] = sum / count;
      }
      ISI_Buffer[i] = PriceSMA_Buffer[i];
   }
}

Anwendung im Handel
Wenn die ISI-Linie die Nulllinie von unten nach oben kreuzt, kann dies auf eine mögliche Aufwärtsbewegung des Kurses hindeuten; eine Kreuzung von oben nach unten kann dagegen auf eine Abwärtsbewegung des Kurses hindeuten. Ein starker Trend ist zu beobachten, wenn der ISI-Wert weit von der Nulllinie entfernt ist.

Wenn wir beispielsweise EURUSD von 8:00 bis 12:00 Uhr mit einer SMA-Periode von 14 analysieren, zeigt der Indikator den durchschnittlichen Kurswert der letzten 14 Kerzen an. Liegt der aktuelle Kurs über dem SMA, ist eine weitere Aufwärtsbewegung wahrscheinlich; liegt er darunter, ist eine Abwärtsbewegung wahrscheinlich.

Handelsstrategie
Die Arbeit mit dem Indikator läuft in der Regel wie folgt ab: Wir warten auf den Beginn des ausgewählten Handelszeitraums (zum Beispiel ab 8:00 Uhr), suchen nach der Kreuzung von Kurs und SMA, eröffnen eine Position in Richtung des Schnittsignals und schließen sie, sobald es zu einer Gegenkreuzung kommt oder das Handelsfenster endet.

Beispiel mit Spreads
Wenn wir den EURUSD/GBPUSD-Spread mit Koeffizienten von 1,0/0,8 über 14 Perioden analysieren, zeigt der Indikator einen geglätteten Wert der Differenz zwischen den Währungspaaren an. Ein Wert über Null zeigt die potenzielle Stärke des ersten Instruments im Verhältnis zum zweiten an, ein Wert unter Null deutet auf Schwäche hin. Das Kreuzen der Nulllinie kann auf eine Trendwende hindeuten.

Formel 1: Kursdifferenz

Sie zeigt die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs und dem Eröffnungskurs eines Instruments oder die Differenz der Spreads zweier Instrumente an.

Formel für ein Symbol:

ISI = Schlusskurs – Eröffnungskurs

Für einen Spread:
ISI = (K1*Schlusskurs1 - K2*Schlusskurs2) - (K1*Eröffnungskurs1 - K2*Eröffnungskurs2)

void CalculateFormula1(const int rates_total, const int prev_calculated)
{
   for(int i = start; i < rates_total; i++)
   {
      if(isSpread)
      {
         double spreadClose = InpLotCoeff1 * Temp_Close[i] - InpLotCoeff2 * Temp_Close2[i];
         double spreadOpen = InpLotCoeff1 * Temp_Open[i] - InpLotCoeff2 * Temp_Open2[i];
         ISI_Buffer[i] = spreadClose - spreadOpen;
      }
      else
      {
         ISI_Buffer[i] = Temp_Close[i] - Temp_Open[i];
      }
   }
}

Der Indikator zeigt die Differenz zwischen dem Schluss- und dem Eröffnungskurs der Kerze an, d. h. ihren tatsächlichen Kerzenkörper in Punkten. Ein positiver Wert steht für eine bullische Kerze, ein negativer Wert für eine bärische. Je größer der Betrag des Werts ist, desto stärker ist die Bewegung. Dies ist hilfreich, um die Stärke eines Trends zu einer bestimmten Uhrzeit zu bestätigen.

Verwendung im Handel
Ist der ISI größer als null, ist die Kerze bullisch; ist er kleiner als null, ist sie bärisch. Starke Abweichungen von der Nulllinie deuten auf eine kräftige Kursbewegung hin. Beispielsweise bedeutet bei GBPUSD um 10:00 Uhr ein Wert von +0,00010 einen Anstieg um 10 Punkte seit Beginn der Stunde, ein negativer Wert hingegen einen Rückgang.

Strategie
Zu Beginn jeder Stunde wird der Eröffnungskurs festgelegt. Erreicht die Differenz +150 Punkte, ist bei dem Instrument oder dem Spread mit einem Anstieg zu rechnen; bei -150 Punkten mit einem Rückgang. Die Position wird zum Ende der Stunde oder bei Erreichen des Gewinnziels geschlossen.

ISI > 0 → bullische Kerze. ISI < 0 → bärische Kerze. Je größer die Abweichung von der Nulllinie ist, desto stärker ist die Bewegung.

Formel 2: Volatilitätsindex

Misst die Volatilität eines Instruments oder den Volatilitätsunterschied zwischen zwei Instrumenten.

Mathematische Darstellung für ein Symbol:

ISI = (Höchstkurs − Tiefstkurs) / Punktgröße

Für einen Spread:
ISI = (K1*(Höchstkurs1−Tiefstkurs1) - K2*(Höchstkurs2−Tiefstkurs2)) / Punktgröße

void CalculateFormula2(const int rates_total, const int prev_calculated)
{
   for(int i = start; i < rates_total; i++)
   {
      if(isSpread)
      {
         double range1 = Temp_High[i] - Temp_Low[i];
         double range2 = Temp_High2[i] - Temp_Low2[i];
         ISI_Buffer[i] = (InpLotCoeff1 * range1 - InpLotCoeff2 * range2) / symbol1Point;
      }
      else
      {
         double range = Temp_High[i] - Temp_Low[i];
         ISI_Buffer[i] = range / symbol1Point;
      }
   }
}

Hohe Werte des Indikators weisen auf eine hohe Volatilität in einer bestimmten Stunde hin, was auf die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs und starker Kursbewegungen hindeutet. Niedrige Werte deuten hingegen auf eine Phase der Ruhe und Konsolidierung hin. Dies hilft uns zu verstehen, wann der beste Zeitpunkt für den Einstieg in oder den Ausstieg aus Trades ist: Aktive Handelszeiten eignen sich für Ausbruchsstrategien, während ruhige Zeiten zum Abwarten oder für den Handel innerhalb einer Spanne geeignet sind.

Beispielsweise beträgt die stündliche Spanne bei EURUSD 150 Punkte, und der Indikator zeigt den Wert 150 an. Für den EURUSD/GBPUSD-Spread mit Spannen von 150 bzw. 120 Punkten und Koeffizienten von 1,0/1,0 beträgt der Indikatorwert 30 Punkte. Die Handelslogik ist einfach: Hohe Werte deuten auf eine erhöhte Volatilität und die Wahrscheinlichkeit starker Kursbewegungen hin, niedrige Werte auf eine Konsolidierung, und starke Sprünge können auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeuten.

Formel 3: Kerzenstärke

Bewertet die Stärke der Kursbewegung anhand der Größe des Kerzenkörpers (der Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs).

Mathematische Darstellung für ein Symbol:
ISI = (Schlusskurs − Eröffnungskurs) / Punktgröße

Für einen Spread:
ISI = (K1*(Schlusskurs1 − Eröffnungskurs1) − K2*(Schlusskurs2 − Eröffnungskurs2)) / Punktgröße

void CalculateFormula3(const int rates_total, const int prev_calculated)
{
   for(int i = start; i < rates_total; i++)
   {
      if(isSpread)
      {
         double body1 = Temp_Close[i] - Temp_Open[i];
         double body2 = Temp_Close2[i] - Temp_Open2[i];
         ISI_Buffer[i] = (InpLotCoeff1 * body1 - InpLotCoeff2 * body2) / symbol1Point;
      }
      else
      {
         double body = Temp_Close[i] - Temp_Open[i];
         ISI_Buffer[i] = body / symbol1Point;
      }
   }
}

Ähnlich wie bei Formel 1 werden die Werte hier nicht als Kurs, sondern in Punkten ausgedrückt, was für die Einschätzung des potenziellen Gewinns und die Berechnung der Lotgröße praktischer ist. Der Indikator zeigt die Stärke der Zielbewegung – den Kerzenkörper – an und nicht das allgemeine Marktrauschen in Form von Schatten. Ist der ISI-Wert größer als null, deutet dies auf eine starke bullische Kerze hin; ist er kleiner als null, deutet dies auf eine starke bärische Kerze hin. Werte nahe null deuten auf Unentschlossenheit am Markt und die Bildung von Doji-Kerzen hin.

Im Handel deuten hohe positive Werte auf die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Aufwärtsbewegung hin, während negative Werte auf die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Abwärtsbewegung hindeuten. Wenn der Indikator nahe null liegt, sollte man besser vom Einstieg absehen. Ein Wert von +8 steht beispielsweise für eine stark bullische Kerze, während -5 eine mäßig bärische Kerze anzeigt. Wenn der Indikator den Wert +10 überschreitet, können Sie in Betracht ziehen, in Richtung der Kerze einzusteigen und auszusteigen, sobald eine starke Gegenkerze erscheint.

Für EURUSD ergibt eine Kerze mit einem Eröffnungskurs von 1,10000 und einem Schlusskurs von 1,10200 einen Wert von +200 Pips, was eine starke bullische Bewegung bedeutet; bei einem Eröffnungskurs von 1,10200 und einem Schlusskurs von 1,10000 ergibt sich ein Wert von -200 Pips, was auf eine starke bärische Kerze hindeutet.

Handelsinterpretation:

  • hohe positive Werte — starke bullische Kerze
  • hohe negative Werte — starke bärische Kerze
  • Werte nahe null – Marktunsicherheit, Doji


Dashboard – So lesen Sie die Daten

Das Panel zeigt Statistiken für jede Stunde im ausgewählten Zeitraum an:

  • Wahrscheinlichkeit für Anstieg/Rückgang
  • durchschnittliche Größe des Kerzenkörpers
  • maximale/minimale Spanne
  • Richtung (UP/DOWN/NEUTRAL)
Feld Beschreibung Beispielwert
TIME Stunde (z. B. 08:00) 08:00 Uhr
Richt. (▲/▼) Richtung (▲ – bullisch, ▼ – bärisch) ▲
Wahrscheinlichkeit Bewegungswahrscheinlichkeit (in %) 65 %
Kerzenkörpergröße Durchschnittliche Kerzenkörpergröße (Punkte) 15.2
Richtung Allgemeine Richtung (UP/DOWN/NEUTRAL) AUFWÄRTS
AvgMove Durchschnittliche Bewegung (Punkte) 150
Spanne Mindest-/Maximalgröße 50/250

Beispielausgabe:

08:00 ▲ 65 % 15,2 UP 15,2 10,0/25,0
09:00 ▼ 58 % 12,5 DOWN 12,5 8,0/20,0

Interpretation:

  • Um 08:00 Uhr liegt die Wahrscheinlichkeit eines Kursanstiegs bei 65 %, die durchschnittliche Kerzengröße beträgt 15,2 Punkte → eine Aufwärtsbewegung ist möglich
  • Um 09:00 Uhr liegt die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs bei 58 %, die durchschnittliche Größe beträgt 12,5 Punkte → eine Abwärtsbewegung ist möglich

So lesen Sie das Dashboard (am Beispiel der Zeile für 10:00 Uhr):

10:00 ▲ 70 % 12,5 UP 8,5 5,1/21,3

  • 10:00 Uhr – Uhrzeit, für die die statistischen Daten erfasst wurden
  • ▲ (grüner Pfeil) – visuelle Anzeige der Richtung (bullisch/bärisch)
  • 70 % – Wahrscheinlichkeit einer bullischen Bewegung zu dieser Stunde
  • 12,5 Punkte – die durchschnittliche Größe des Kerzenkörpers (durchschnittliche Bewegung) in Punkten
  • UP – Textbezeichnung der dominierenden Richtung (UP, DOWN, NEUTRAL)
  • 8,5 Punkte – durchschnittliche Bewegung in Punkten (wiederholt der Übersichtlichkeit halber die dritte Spalte)
  • 5,1/21,3 – minimale/maximale Größe des Kerzenkörpers in den historischen Daten

Wenn Sie sich also das Dashboard ansehen, können Sie innerhalb von 10 Sekunden erkennen, zu welchen Uhrzeiten der Markt in der Vergangenheit am aktivsten war und in welche Richtung er sich bewegt hat. Wenn beispielsweise von 10:00 bis 11:00 Uhr die Wahrscheinlichkeit eines Kursanstiegs bei 70 % liegt und die durchschnittliche Kursbewegung 15 Punkte beträgt, und von 11:00 bis 12:00 Uhr die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs bei 65 % liegt und die durchschnittliche Kursbewegung 12 Punkte beträgt, dann haben Sie bereits einen fertigen Plan für den Vormittag.


Anleitung zur Verwendung des Indikators

Schritt 1: Einrichtung des Indikators

  • Wählen Sie das Basis-Symbol aus (z. B. EURUSD).
  • Geben Sie einen Zeitbereich an (z. B. 8:00–12:00 Uhr).
  • Legen Sie die Historientiefe fest (z. B. 30 Tage).
  • Wählen Sie die Berechnungsformel (0–3) aus.

Schritt 2. Statistische Analyse

  • Wenn die Wahrscheinlichkeit > 55 % beträgt → suchen Sie nach einem Einstieg in Trendrichtung
  • Wenn die durchschnittliche Kerzengröße groß ist → können Sie einen größeren Take-Profit festlegen
  • Bei hoher Volatilität können Ausbruchsstrategien sinnvoll sein.

Schritt 3: Handelssignale

Eine Aufwärtsbewegung des Kurses ist möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Der ISI liegt über der Nulllinie und die Wahrscheinlichkeit eines Anstiegs beträgt > 60 %. Eine Abwärtsbewegung des Kurses ist möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Der ISI liegt unterhalb der Nulllinie und die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs beträgt > 60 %.

Parameter festlegen:

  • Wählen Sie ein primäres und optional ein sekundäres Symbol aus
  • Legen Sie den Zeitbereich für die Analyse fest (z. B. 8:00–12:00 Uhr)
  • Legen Sie die Historientiefe fest (empfohlen: 30–60 Tage)
  • Wählen Sie die passende Berechnungsformel aus

Dashboard-Analyse:

  • Achten Sie auf die Bewegungswahrscheinlichkeit (Prob)
  • Schätzen Sie die durchschnittliche Bewegungsgröße (AvgMove)
  • Bestimmen Sie die Richtung (UP/DOWN/NEUTRAL)

Der Indikator eignet sich besonders gut für den Handel zu bestimmten Zeiten, in denen der Markt saisonale Muster aufweist. Für den Handel auf Basis von Saisonalität:

  • Verwenden Sie das Dashboard, um die wahrscheinlichste Richtung zu ermitteln,
  • vergleichen Sie die aktuelle Bewegung mit den Durchschnittswerten aus den Statistiken,
  • eröffnen Sie Positionen, wenn die aktuelle Kursbewegung durch statistische Daten bestätigt wird.

Indikatoreinstellungen:

  • Primäres Symbol – Haupt-Handelsinstrument (z. B. EURUSD)
  • Sekundäres Symbol – zweites Instrument für die Spread-Berechnung (bei der Analyse eines einzelnen Instruments leer lassen)
  • Startstunde und Endstunde – Zeitbereich für die Analyse (z. B. 8–12)
  • Historientiefe – in Tagen (z. B. 30)
  • Analyse-Zeitrahmen – H1 wird empfohlen
  • Formeltyp – Art der Formel für die Berechnung (0–3)

Praktische Empfehlungen

Beginnen Sie mit den wichtigsten Währungspaaren (EURUSD, GBPUSD), stellen Sie die Historientiefe auf 30–60 Tage ein und wählen Sie die Handelszeiten mit der höchsten Aktivität, zum Beispiel 8:00–12:00 Uhr (London). Testen Sie verschiedene SMA-Formeln und -Perioden, um die optimalen Parameter zu ermitteln. Der Indikator aktualisiert die Statistiken automatisch und zeigt, wie sich der Kurs in früheren, vergleichbaren Zeiträumen entwickelt hat, sodass Sie fundierte Handelsentscheidungen treffen können.

Fügen Sie den Indikator zum Chart hinzu und legen Sie die Symbole, Lot-Koeffizienten, das Zeitintervall und die Historientiefe fest. Beginnen Sie mit Formel 0 oder 1. Prüfen Sie während der Handelszeiten sorgfältig das Panel: Wählen Sie einen Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit und starker durchschnittlicher Kursbewegung. Warten Sie bei Formel 1 auf eine bullische Kerze (ISI > 0) oder eine bärische Kerze (ISI < 0). Wenn beispielsweise um 10:00 Uhr die Wahrscheinlichkeit bei 70 % liegt, ist dies ein starkes Signal. Eröffnen Sie eine Position in der angegebenen Richtung, setzen Sie den Stop-Loss nahe dem lokalen Tiefst- bzw. Höchstwert oder bei minBodySize und legen Sie den Take-Profit bei avgBodySize fest. Schließen Sie die Position entweder bei Erreichen des Take-Profit oder am Ende der Stunde (z. B. 10:55), um die Hauptbewegung mitzunehmen und einen Pullback zu vermeiden.

Einzigartige Indikatoreigenschaften

  • Umfassende Analyse. Dies ist nicht nur ein Pfeilindikator, sondern er liefert für jede Stunde ein vollständiges statistisches Bild: Wahrscheinlichkeit, durchschnittliche Bewegung, Spanne.
  • Vielseitigkeit. Er funktioniert mit jedem Instrument (Währungen, Aktien, Indizes, Kryptowährungen) und mit Spreads zwischen ihnen, was Möglichkeiten für Pair-Trading und Arbitrage eröffnet.
  • Flexible Einstellungen. Sie legen die Analysezeit, die Historientiefe, die Berechnungsformel und die Darstellung fest. Der Indikator lässt sich an jede Handelssitzung und jeden Handelsstil anpassen.
  • Objektivität. Er nimmt Emotionen aus dem Trading: Sie handeln nicht nach Vermutungen, sondern auf Grundlage nüchterner, statistisch belegter Daten.
  • Visuelle Einfachheit. Alle wichtigen Informationen werden auf einem übersichtlichen Panel direkt im Chart angezeigt. Es ist nicht nötig, etwas manuell zu berechnen.
  • Verbesserte Intraday-Saisonalität. Im Gegensatz zu vielen Saisonalitätsindikatoren, die mit Tages- oder Wochendaten arbeiten, konzentriert sich der ISI ProSpread SMA auf Intraday-Bewegungen, was für das Daytrading von entscheidender Bedeutung ist.
  • Der Indikator zeichnet nicht neu. Der Indikator arbeitet mit historischen Daten und ändert seine Werte für bereits ausgebildete Bars nicht, wodurch Fehlsignale und die Illusion nachträglicher Gewissheit vermieden werden.

Beim Handel mit Spreads sollten Sie Folgendes berücksichtigen: die Auswahl korrelierter Instrumente (EURUSD/GBPUSD, XAUUSD/XAGUSD) und die Festlegung von Lot-Koeffizienten, um den Spread auszubalancieren. Verwenden Sie Formel 0, um die Richtung des Spreads zu bestimmen. Bei positiven Werten ist eine Aufwärtsbewegung des Spreads möglich, bei negativen Spread-Werten eine Abwärtsbewegung.

Handel in volatilen Phasen: Verwenden Sie Formel 2, um Stunden erhöhter Volatilität zu identifizieren, wenden Sie in Stunden hoher Volatilität Ausbruchsstrategien an und vergrößern Sie die Stop-Loss-Abstände entsprechend der erwarteten Bewegungsspanne.

Für Anfänger bietet der Indikator eine einzigartige Möglichkeit, auf Basis statistischer Muster statt zufälliger Prognosen zu handeln. Für erfahrene Trader ist dies ein Werkzeug, um Handelsideen zu überprüfen und neue Chancen zu erkennen.


Fazit

ISI ProSpread SMA ist mehr als nur ein Indikator; er ist Ihr persönlicher statistischer Analyst rund um die Uhr. Er verwandelt Marktrauschen in verständliche und überprüfbare Zahlen und verschafft dem Trader so einen echten statistischen Vorteil. Er bietet keine 100%ige Garantie für jeden Trade, baut den Handel aber auf den Prinzipien der Wahrscheinlichkeit und des mathematischen Erwartungswerts auf – einem der sichersten Wege zu stabilen Erträgen an den Finanzmärkten. Jede Indikatorformel bietet eine einzigartige Perspektive auf die Marktdynamik. In den folgenden Artikeln werden wir dazu übergehen, mit MetaTrader 5 einen automatisierten Handelsansatz auf Basis der vorgestellten Indikatoren mithilfe von Expert Advisors (EAs) zu programmieren.

Denken Sie daran, dass kein Indikator zu 100 % genaue Signale liefert. Der ISI ProSpread SMA-Indikator funktioniert am besten als Teil eines umfassenden Handelssystems, das durch Fundamentalanalyse ergänzt wird.

Übersetzt aus dem Russischen von MetaQuotes Ltd.
Originalartikel: https://www.mql5.com/ru/articles/18821

Beigefügte Dateien |
Letzte Kommentare | Zur Diskussion im Händlerforum (2)
Stanislav Korotky
Stanislav Korotky | 29 Aug. 2025 in 11:26
Die Tabelle im Diagramm wird irgendwie schief dargestellt – die Spalten sind in den Zeilen nicht ausgerichtet.
Roman Shiredchenko
Roman Shiredchenko | 29 Aug. 2025 in 13:12
Stanislav Korotky #:
Die Tabelle im Diagramm wird irgendwie schief dargestellt – die Spalten sind in den Zeilen nicht ausgerichtet.
Na ja, so ist es eben… Ich habe versucht, sie auszurichten. Hauptsache, es ist lesbar und die Schriftart ist in Ordnung. Wichtig ist der Ansatz. Und dessen Umsetzung…
Ich werde mir die Ausrichtung noch einmal ansehen und die Datei neu hochladen, wenn ich es besser hinbekomme. Ich habe versucht, es umzusetzen – so habe ich es bisher realisiert. Danke, dass ihr mich auf die Mängel hingewiesen habt. Ich werde versuchen, das im Laufe der Woche zu korrigieren.
Die Übertragung der Trading-Signale in einem universalen Expert Advisor. Die Übertragung der Trading-Signale in einem universalen Expert Advisor.
In diesem Artikel wurden die verschiedenen Möglichkeiten beschrieben, um die Trading-Signale von einem Signalmodul des universalen EAs zum Steuermodul der Positionen und Orders zu übertragen. Es wurden die seriellen und parallelen Interfaces betrachtet.
Neuronale Netze im Handel: Probabilistische Zeitreihenprognose (Encoder) Neuronale Netze im Handel: Probabilistische Zeitreihenprognose (Encoder)
Wir laden Sie ein, einen neuen Ansatz kennenzulernen, der klassische Methoden und moderne neuronale Netze für die Zeitreihenanalyse kombiniert. Der Artikel enthält eine ausführliche Erläuterung der Architektur und der Funktionsweise des K²VAE-Modells.
Eine alternative Log-datei mit der Verwendung der HTML und CSS Eine alternative Log-datei mit der Verwendung der HTML und CSS
In diesem Artikel werden wir eine sehr einfache, aber leistungsfähige Bibliothek zur Erstellung der HTML-Dateien schreiben, dabei lernen wir auch, wie man eine ihre Darstellung einstellen kann (nach seinem Geschmack) und sehen wir, wie man es leicht in seinem Expert Advisor oder Skript hinzufügen oder verwenden kann.
Training eines nichtlinearen U-Transformers anhand der Residuen eines linearen autoregressiven Modells Training eines nichtlinearen U-Transformers anhand der Residuen eines linearen autoregressiven Modells
Der Artikel stellt ein innovatives Hybridsystem zur Prognose von Wechselkursen vor, das ein lineares autoregressives Modell mit einer U-Transformer-Architektur zur Residuenanalyse kombiniert. Das System wechselt je nach Qualität automatisch zwischen den Signalquellen und umfasst eine vollständige Handelslogik mit Strategien für Averaging und Pyramiding. Der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes besteht darin, dass das neuronale Netzwerk auf den Residuen des linearen Modells trainiert wird, was die Aufgabe vereinfacht und das Risiko von Overfitting verringert. Das System ist vollständig in MQL5 implementiert, für den Live-Handel ausgelegt und passt sich automatisch an veränderte Marktbedingungen an.