ATR im Trading: So messen Sie die tatsächliche Marktvolatilität und das Bewegungspotenzial
Ein Instrument kann gestern 150 Punkte zurückgelegt haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass es heute dieselbe Handelsspanne erreicht. An manchen Tagen bewegt sich der Markt kaum, an anderen kann er innerhalb weniger Stunden mehrere typische Bewegungsbereiche durchlaufen.
Deshalb sollte bei der Einschätzung des möglichen Kursverlaufs nicht nur die Richtung, sondern auch die aktuelle Marktvolatilität berücksichtigt werden.
Was zeigt der ATR?
ATR (Average True Range) ist ein Indikator zur Messung der durchschnittlichen Volatilität eines Instruments.
Wichtig ist: Der ATR zeigt keine Bewegungsrichtung und ist kein Kauf- oder Verkaufssignal.
Seine Aufgabe besteht darin, einzuschätzen, wie stark sich ein Instrument über einen bestimmten Zeitraum typischerweise bewegt.
Damit entsteht ein objektiverer Bezugspunkt, anstatt sich ausschließlich auf das subjektive Gefühl zu verlassen, dass sich der Markt „bereits zu stark bewegt hat“ oder „noch weit laufen müsste“.
Warum ist der ATR für Take Profit wichtig?
Nehmen wir an, ein Trader plant eine Bewegung von 100 Punkten.
Wenn der Markt jedoch bereits einen erheblichen Teil seiner typischen Handelsspanne zurückgelegt hat, stellt sich eine wichtige Frage:
Wie realistisch ist es, noch eine weitere große Bewegung zu erwarten?
Der ATR ermöglicht es, die aktuelle Situation mit der üblichen Volatilität des Instruments zu vergleichen und einzuschätzen, welcher Teil der möglichen Handelsspanne bereits realisiert wurde.
Damit wird die Festlegung des Take Profit nicht nur zu einer Frage des gewünschten Gewinns, sondern auch zu einer Frage des tatsächlich verfügbaren Bewegungsspielraums.
Der ATR hilft, die Phase einer Bewegung einzuschätzen
Vor dem Einstieg können einige einfache Fragen hilfreich sein:
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Wie weit hat sich der Markt heute bereits bewegt?
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Wie verhält sich diese Bewegung im Vergleich zur üblichen Volatilität?
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Welcher Teil der durchschnittlichen Handelsspanne wurde bereits realisiert?
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Ist noch genügend Raum für das geplante Ziel vorhanden?
Wenn nur ein kleiner Teil der durchschnittlichen Handelsspanne realisiert wurde, kann noch mehr Bewegungsspielraum vorhanden sein.
Wurde dagegen bereits ein großer Teil der typischen Range erreicht, sollte ein neuer Trade genauer geprüft werden.
Das bedeutet nicht, dass der Kurs zwingend stoppen oder drehen muss. Der Markt kann seine übliche Handelsspanne deutlich überschreiten. Ein solches Szenario sollte jedoch im Kontext der aktuellen Volatilität betrachtet werden.
Warum reicht der ATR manchmal nicht aus?
Der ATR-Wert allein ist nicht immer besonders praktisch direkt im Chart zu verwenden.
Hilfreicher kann es sein, berechnete Orientierungspunkte für die mögliche Bewegung direkt zusammen mit dem Kurs zu sehen.
Zum Beispiel verwendet Strifor Pivot ATR Target Volatilitätsdaten zur Berechnung von ATR Targets – Preisorientierungen für eine mögliche Marktbewegung.
So kann der aktuelle Kurs mit den berechneten Levels verglichen werden. Dadurch lässt sich besser einschätzen, wie viel der Bewegung bereits stattgefunden hat und wo sich mögliche nächste Orientierungspunkte befinden.
Der Indikator bestimmt dabei nicht die Handelsrichtung und ersetzt keine eigenständige Marktanalyse.
ATR als Werkzeug zur Einschätzung des Marktpotenzials
ATR ist besonders nützlich, wenn ein Trader nicht nur fragt:
„Wohin wird sich der Kurs bewegen?“
sondern auch:
„Wie viel Bewegung könnte der Markt unter den aktuellen Bedingungen noch ermöglichen?“
Damit lassen sich unter anderem folgende Punkte bewerten:
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mögliche Entfernung zum Ziel;
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bereits realisierte Kursbewegung;
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aktuelle Volatilität;
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Verhältnis zwischen geplantem Ziel und typischer Handelsspanne;
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Attraktivität eines Trades vor dem Einstieg.
So lässt sich vermeiden, einen Trading-Plan ausschließlich auf der Annahme aufzubauen, dass der Markt „noch unbedingt“ eine bestimmte Anzahl von Punkten zurücklegen muss.
Ein praktisches Beispiel
Angenommen, der Kurs ist während einer Handelssitzung bereits deutlich gestiegen und ein Trader erwägt einen neuen Long-Einstieg.
Anstatt nur die Richtung der Bewegung zu betrachten, kann er prüfen:
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Wie viele Punkte hat der Kurs bereits zurückgelegt?
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Wie verhält sich diese Bewegung zur aktuellen Volatilität?
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Wo liegt das mögliche Ziel?
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Wie viel Bewegungsspielraum bleibt bis dorthin?
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Setzt der Trading-Plan eine Bewegung voraus, die bereits deutlich über der typischen Range des Instruments liegt?
Wenn das mögliche Ziel im Verhältnis zur aktuellen Volatilität weit entfernt ist, bedeutet das nicht, dass der Kurs es nicht erreichen kann.
Ein solcher Trade erfordert jedoch eine sorgfältigere Bewertung der Bedingungen.
Fazit
Der ATR sagt nicht voraus, was der Markt tun wird, und zeigt nicht, wo man kaufen oder verkaufen sollte.
Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Volatilität zu messen und einzuschätzen, ob das Ausmaß der aktuellen Bewegung zum typischen Verhalten des Instruments passt.
In Kombination mit Preislevels kann der ATR dabei helfen zu verstehen:
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wie viel der Bewegung bereits realisiert wurde;
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welches Potenzial möglicherweise noch vorhanden ist;
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wie realistisch das geplante Ziel ist;
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ob der Trading-Plan auf einer Bewegung basiert, die bereits weitgehend stattgefunden hat.
Letztlich sollte der ATR nicht als „Einstiegssignal“, sondern als Werkzeug für eine strukturiertere Bewertung des Marktes und des möglichen Kursverlaufs betrachtet werden.


