Pivot Points in MetaTrader 5: So erkennen Sie wichtige Marktlevels ohne manuelle Berechnungen

8 September 2026, 12:43
Strifor (Mauritius) Ltd
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Jeder Trader steht früher oder später vor demselben Problem: Ein Chart enthält eine enorme Menge an Informationen, aber es ist nicht immer klar, auf welche Preisniveaus man tatsächlich achten sollte.

Hier können Pivot Points hilfreich sein. Dabei handelt es sich um vorab berechnete Preislevels, die dabei helfen, einen Chart zu strukturieren und potenzielle Unterstützungs- und Widerstandszonen zu erkennen.

Was sind Pivot Points?

Pivot Points sind mathematisch berechnete Preislevels, die auf den Kursdaten der vorherigen Periode basieren:

  • High — der höchste Preis;

  • Low — der niedrigste Preis;

  • Close — der Schlusskurs.

Das klassische zentrale Pivot-Level wird mit folgender Formel berechnet:

Pivot = (High + Low + Close) / 3

Auf Grundlage dieses Wertes werden potenzielle Unterstützungs- und Widerstandsniveaus berechnet:

  • S1, S2, S3 — Unterstützungslevels;

  • R1, R2, R3 — Widerstandslevels.

Statt jedes Mal subjektiv nach relevanten Levels zu suchen und diese manuell in den Chart einzuzeichnen, erhält der Trader eine fertige Struktur wichtiger Preisreferenzen.

Pivot ist kein Kauf- oder Verkaufssignal

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Pivot Point allein kein Handelssignal darstellt.

Wenn der Preis R1 erreicht, bedeutet dies nicht automatisch, dass eine Short-Position eröffnet werden sollte.

Wenn der Preis S1 erreicht, bedeutet dies ebenfalls nicht automatisch, dass man kaufen sollte.

Ein Level ist zunächst lediglich ein Orientierungspunkt, an dem es sinnvoll ist, die Kursbewegung genauer zu beobachten.

Im Bereich von Pivot, S1–S3 und R1–R3 kann der Preis:

  • drehen und einen Rebound bilden;

  • das Level durchbrechen;

  • sich oberhalb oder unterhalb des Levels stabilisieren;

  • einen False Breakout bilden;

  • sich weiter in Richtung des nächsten Levels bewegen.

Daher sollten Pivot Points am besten als Bestandteil einer umfassenderen Marktanalyse und nicht als eigenständiges Entscheidungssystem eingesetzt werden.

Warum sind Pivot Points für Intraday-Trader interessant?

Beim Intraday-Trading ist es besonders wichtig zu verstehen, wohin sich der Preis potenziell bewegen kann und wo er auf Unterstützung oder Widerstand treffen könnte.

Stellen wir uns vor, ein Trader erwägt eine Long-Position, während sich oberhalb des aktuellen Preises das R1-Level befindet.

Der Abstand zwischen dem aktuellen Preis und R1 ist relativ klein.

Damit stellt sich eine wichtige Frage:

Lohnt es sich, einen Trade zu eröffnen, wenn sich die nächste potenzielle Reaktionszone bereits in unmittelbarer Nähe befindet?

Pivot Points können helfen, diese Frage bereits vor dem Einstieg zu beantworten.

Sie können nicht nur zur Bestimmung potenzieller Kursziele verwendet werden, sondern auch dazu, Trading-Setups zu filtern.

Wenn beispielsweise das potenzielle Gewinnpotenzial bis zum nächsten Level deutlich kleiner ist als das akzeptierte Risiko, kann die betreffende Trading-Idee weniger attraktiv sein.

Pivot Points in MetaTrader 5

In MetaTrader 5 können Pivot Levels mithilfe spezieller Indikatoren direkt im Chart dargestellt werden.

Ein Beispiel dafür ist Strifor Pivot ATR Target, das klassische Pivot Levels anzeigt:

  • Pivot;

  • R1–R3;

  • S1–S3;

  • zusätzliche Zwischenlevels.

Dadurch können Trader potenzielle Preisreferenzen direkt im Chart sehen und bei der Analyse der aktuellen Marktsituation berücksichtigen.

Doch damit stellt sich eine weitere Frage:

Reicht das Level allein aus, um die potenzielle Preisbewegung einzuschätzen?

Nicht immer.

Warum sollte man die Volatilität berücksichtigen?

Nehmen wir an, das nächste Pivot-Level liegt 100 Punkte vom aktuellen Preis entfernt.

Diese Zahl allein sagt noch nicht besonders viel aus.

Wenn der Markt in einem vergleichbaren Zeitraum aktuell in der Lage ist, sich um 150–200 Punkte zu bewegen, kann das Erreichen des Levels durchaus realistisch sein.

Wenn sich der Markt dagegen typischerweise nur um 30–50 Punkte bewegt, erfordert die Erwartung einer Bewegung von 100 Punkten eine ganz andere Einschätzung.

Deshalb können Pivot Points besonders sinnvoll in Kombination mit einer Analyse der Marktvolatilität sein.

Der ATR (Average True Range) hilft dabei, die durchschnittliche Preisspanne über einen ausgewählten Zeitraum einzuschätzen.

Die Kombination aus Pivot und ATR kann dabei helfen, zwei Fragen zu beantworten:

Wo befindet sich das potenzielle Reaktionslevel?

und

Wie realistisch ist es, dass der Preis dieses Level erreicht?

Pivot Points + ATR: Ein strukturierterer Ansatz für die Marktanalyse

Die Kombination von Pivot Points und ATR fügt der technischen Analyse eine weitere wichtige Dimension hinzu.

Pivot zeigt die Struktur der relevanten Preislevels.

ATR zeigt die aktuelle Größenordnung der Marktbewegung.

Zusammen können beide Instrumente dabei helfen, Folgendes zu beurteilen:

  • potenzielle Ziele in der Nähe;

  • den Abstand zu wichtigen Levels;

  • mögliche Reaktionszonen des Preises;

  • ob die erwartete Bewegung zur aktuellen Volatilität passt;

  • die potenzielle Attraktivität eines Trades vor dem Einstieg.

Gleichzeitig gilt: Weder Pivot noch ATR können zukünftige Kursbewegungen vorhersagen.

Sie liefern Kontext, der für fundiertere Trading-Entscheidungen genutzt werden kann.

Ein praktisches Beispiel

Angenommen, der Preis bewegt sich zwischen Pivot und R1.

Ein Trader erwägt eine Long-Position.

Anstatt sich ausschließlich auf die aktuelle Bewegungsrichtung zu konzentrieren, kann der Trader mehrere Schritte durchgehen:

1. Wo befindet sich das nächste wichtige Level?

Wenn R1 sehr nah liegt, kann der verfügbare Raum für eine weitere Kursbewegung begrenzt sein.

2. Wie hoch ist die aktuelle Volatilität?

Der ATR kann dabei helfen, die typische Größenordnung der Marktbewegung einzuschätzen.

3. Passt die Entfernung zu R1 zur aktuellen Volatilität?

Befindet sich das Level innerhalb einer Preisspanne, die der Markt unter den aktuellen Bedingungen realistisch zurücklegen kann, erscheint das Kursziel plausibler.

4. Was passiert, wenn sich der Preis dem Level nähert?

Selbst wenn der Preis R1 erreicht, bedeutet das weder automatisch einen Ausbruch noch eine Umkehr. Die tatsächliche Reaktion des Marktes muss weiterhin analysiert werden.

Dieser Ansatz verschiebt den Fokus von der einfachen Frage „Wohin wird sich der Preis bewegen?“ hin zu einer praktischeren Frage:

„Welche Levels liegen vor dem Preis und wie realistisch ist es, dass der Markt diese erreicht?“


Fazit

Pivot Points sagen die Zukunft nicht voraus und zeigen nicht automatisch, wo man kaufen oder verkaufen sollte.

Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, Tradern dabei zu helfen, relevante Preisreferenzen frühzeitig zu erkennen und den Chart übersichtlicher zu strukturieren.

Für das Intraday-Trading kann dies besonders hilfreich sein, wenn es darum geht, potenzielle Ziele zu bestimmen, nahegelegene Hindernisse zu erkennen und Trading-Ideen zu filtern.

Die Kombination von Pivot Points mit einer Volatilitätsanalyse über ATR liefert dabei ein umfassenderes Bild:

Wo befindet sich das potenzielle Hindernis und wie realistisch ist es, dass der Preis dieses Level erreicht?

So können technische Indikatoren nicht als „Signalbutton“, sondern als Werkzeuge für eine strukturiertere und fundiertere Marktanalyse eingesetzt werden.