Die 5 wichtigsten wirtschaftlichen Ereignisse dieser Woche (2 –6 Februar 2026)

Die 5 wichtigsten wirtschaftlichen Ereignisse dieser Woche (2 –6 Februar 2026)

3 Februar 2026, 20:36
Evgeny Belyaev
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Die Finanzmärkte rüsten sich für eine Woche entscheidender Datenveröffentlichungen und Zentralbankentscheidungen, die die geldpolitischen Kurslinien in den wichtigsten Volkswirtschaften neu definieren könnten. Angesichts der genau beobachteten Inflationstrends und sich wandelnder Dynamiken am Arbeitsmarkt wird erwartet, dass die Volatilität um fünf Schlüsselereignisse herum stark ansteigt. Im Folgenden sind die folgenreichsten Veröffentlichungen in chronologischer Reihenfolge aufgeführt (alle Zeiten in UTC).

1. VPI der Eurozone (jährlich) – Dienstag, 3. Februar um 10:00 UTC

Tatsächlich: 2,0 % | Prognose: 1,9 %
Diese Inflationsveröffentlichung erfolgt nur zwei Tage vor der geldpolitischen Entscheidung der EZB und dient als entscheidende Grundlage für die Beratungen des EZB-Rats. Die leichte Überschreitung des 2,0-%-Ziels – kombiniert mit einem stabilen Kerninflationswert von 2,3 % – deutet auf anhaltende zugrundeliegende Preisdrucke hin. EUR-Paare könnten starke Intraday-Schwankungen erfahren, während Händler ihre Erwartungen bezüglich des Tempos künftiger Zinssenkungen neu kalibrieren. Auch die Anleihemärkte werden sensibel reagieren; die Renditen deutscher Bundesanleihen dürften sich entsprechend der Implikationen dieser Daten für die „hawkish“-Haltung der EZB neu bewerten.

2. Leitzinsentscheidung und geldpolitischer Bericht der Bank of England – Donnerstag, 5. Februar um 12:00 UTC

Aktueller Leitzins: 3,75 %
Die Entscheidung der BoE, die Zinsen trotz einer gespaltenen Abstimmung unverändert zu lassen, signalisiert eine fortlaufende interne Debatte über den richtigen Zeitpunkt für eine Lockerung. Der begleitende geldpolitische Bericht und aktualisierte Wirtschaftsprognosen werden sorgfältig auf Hinweise untersucht, ob der Ausschuss die aktuellen Inflationsdynamiken als vorübergehend oder strukturell einstuft. Die GBP-Volatilität steigt typischerweise 30–60 Minuten nach der Veröffentlichung an, insbesondere wenn die Kommunikation von den Markterwartungen eines März-Schnitts abweicht. Pfund-Kreuzkurse und britische Gilt-Renditen werden die primären Übertragungskanäle für Marktreaktionen sein.

3. Leitzinsentscheidung der EZB – Donnerstag, 5. Februar um 13:15 UTC

Hauptrefinanzierungssatz unverändert bei 2,15 %
Im Anschluss an die Entscheidung der BoE gewinnt die EZB-Entscheidung an zusätzlicher Bedeutung, da die Märkte Divergenzrisiken innerhalb der G10-Zentralbanken bewerten. Obwohl die Zinsen wie allgemein erwartet unverändert blieben, wird der Ton der begleitenden Erklärung zu Inflationspersistenz und Wachstumsrisiken das EUR-Stimmungsbild prägen. Jede subtile Formulierungsänderung hinsichtlich des „nächsten Treffens“ oder der „kommenden Monate“ könnte überproportionale Bewegungen beim EUR/USD und europäischen Aktienindizes auslösen. Die Entscheidung bereitet den Boden für Lagardes Pressekonferenz 30 Minuten später.

4. Pressekonferenz der EZB mit Präsidentin Christine Lagarde – Donnerstag, 5. Februar um 13:45 UTC

Lagardes Pressekonferenz nach der Entscheidung löst oft stärkere Marktbewegungen aus als die Zinsentscheidung selbst. Händler werden aufmerksam auf Hinweise zur zeitlichen Planung der ersten Zinssenkung, die Bewertung des Lohndrucks und Kommentare zu geopolitischen Risiken achten. Historische Analysen zeigen, dass die EUR-Volatilität während Lagardes Fragerunden häufig doppelt so hoch ist wie nach der ursprünglichen Mitteilung. Die Korrelationen zwischen verschiedenen Anlageklassen könnten sich verstärken, wobei europäische Aktien und Staatsanleihen synchron mit Devisenströmen bewegt werden.

5. US-Arbeitsmarktbericht: Nichtlandwirtschaftliche Beschäftigung, Arbeitslosenquote und durchschnittlicher Stundenlohn – Freitag, 6. Februar um 13:30 UTC

NFP: 89.000 (vs. Prognose von 50.000) | Arbeitslosigkeit: 4,2 % (vs. 4,4 %) | Durchschn. Stundenlohn m/m: 0,3 %
Die dreifache Veröffentlichung amerikanischer Arbeitsmarktdaten markiert den Höhepunkt der wöchentlichen Volatilität. Die deutliche Übertreffung der NFP-Zahl in Kombination mit sinkender Arbeitslosenquote deutet auf eine robuste Arbeitsmarktlage trotz hoher Zinsen hin – ein Szenario, das die Erwartungen einer baldigen Fed-Lockerung verzögern könnte. Entscheidend ist, dass das stabile Lohnwachstum (0,3 % m/m) Inflationsbedenken lindern könnte, was eine komplexe Marktnarrative erzeugt. Der US-Dollar erlebt typischerweise seine höchste wöchentliche Volatilität bei dieser Veröffentlichung, wobei Treasury-Renditen und Aktien-Futures innerhalb von Sekunden reagieren. Risikoaktiva zeigen oft übertriebene Bewegungen, da algorithmische Händler die Datentriade simultan verarbeiten.

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